Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
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der ich dieſe geiſtige Nahrung ſchöpfte, nur ſehr ein⸗ fach und wenig umfangreich, aber ſie war gut. Außer meinen Schulbüchern befanden ſich im Beſitze meiner Mutter nur eine ſehr ſchön gedruckte Bibel, einige Reiſebeſchreibungen von fernen Weltgegenden und Schiller's Gedichte. Alle dieſe Bücher las ich von Anfang bis zu Ende wiederholt durch, bis ich große Abſchnitte daraus auswendig wußte, die ich ſowohl meinem Vater, wenn er vernünftig war, wie meiner Mutter zu jeder Zeit lebhaft vortrug. Erſterer dul⸗ dete dieſe unſchuldige Gedächtnißübung ſtets, ſo lange er nüchtern war; begegnete er mir dagegen im trun⸗ kenen Zuſtande mit einem Buche in der Hand, ſo hieb und riß er es mir jedesmal fort, woher es denn kam, daß ſämmtliche Bücher in unſerm Hauſe bald beſchä⸗ digt, theilweife ſogar halb entblättert waren.

Geh' in's Treibhaus, ſchrie er dann gewöhnlich, indem er mir fürchterliche Püffe mit auf den Weg gab,und lerne mit Pflanzen umgehen! Das iſt das einzige Vernü itige auf der Welt, alles Uebrige iſt Spiegelfechtere der Hölle! 6

Solche Vor⸗ und Nachſchläge trieben mich dann jedesmal aus ſeiner Nähe und ich flüchtete ſo ſchnell und weit wie möglich, nur um dem Wütherich raſch

aus den Augen zu kommen. Eines Tages aber, ich Der Sohn des Gärtners. I. 2