Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

ganze Flaſche täglich, dann zwei oder drei, bis ihm dieſer verhältnißmäßig zu milde Genuß keinen Reiz mehr bot und er nun zu Rum oder Cognac über⸗ ging, den er zuletzt quartweiſe verſchluckte.

Die Folgen dieſes unmäßigen Genuſſes kann man ſich leicht vorſtellen. Er kam in dieſen Zeiten faſt nie aus dem Hauſe, die ganze übrige Welt ekelte ihn an, er ſaß unbeweglich in ſeinem Zimmer auf einem ledernen Seſſel, in der Nähe ſeines Vorrathsſchrankes, bekümmerte ſich weder um das Wetter, noch ſeine Ge⸗ ſchäfte, und hatte vor keinem Menſchen auf der Welt den geringſten Reſpect. In dieſen tra⸗ rigen Tagen führte meine Mutter hauptſächlich das d nen in⸗ dem ſie nicht allein den unglücklichen Mann vor allem Schaden zu bewahren ſuchte, ſondern auch außer dem Hauſe nach Möglichkeit ſeine Geſchäfte verrichtete, den Gehülfen die nothwendigſte Arbeit anwies, die Rechnungsbücher führte und alle Sorgen für das Hausweſen und meine Erziehung übernahm.

Im höchſten Paroxysmus der Trunkenheit meines Vaters konnte ſie allerdings nur wenig oder gar nicht das Haus verlaſſen, hier mußte ſie ihre Kräfte, ihre Sorgfalt, ihre Mühwaltung um das Zehnfache ſteigern, denn in dieſem Zuſtande geberdete ſich de Unglückliche wie ein wildes Thier. Alles w