Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
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4 dauer ſeinem Amte ob; er pflegte die Blumen, gab die praktiſchſten Anweiſungen im Kreiſe des ihm an⸗ vertrauten Gebietes, entwarf wunderſchöne Anlagen auf dem Papier und führte ſie dann mit ſeinen Ge⸗ hülfen pünktlich in Park und Garten aus, Alles auf's Beſte ordnend und bedenkend, bei welchen Verrich⸗ tungen er ſich ſtets als ein höchſt productiver, durch und durch gebildeter Gartenkünſtler zeigte, den ſein Herr mit Recht ſchätzte und ihm deshalb viel durch die Finger ſah, da die Schattenſeiten ſeiner Exiſtenz demſelben leider nicht unbekannt geblieben waren.

Allerdings war er in dieſer ſeiner gemüthlichen Periode der Rüchternheit wenig geſprächig, er zog ſich ſogar gern vom Umgange mit anderen Menſchen zu⸗ 4 rück, lebte lieber für ſich und gab ſich einem brüten⸗ den Schweigen hin, das manchmal den Anſchein einer heimlichen Reue annahm, da er ſich alsdann ſeiner traurigen Leidenſchaft nur zu gut bewußt ſein mochte. War nun Altes eine Zeit lang recht gut und zu all⸗ gemeiner Zufriedenheit gegangen, ſo hörte er plötzlich

auf zu eſſen, zu arbeiten, zu ordnen, und erſt heimlich, dann offenbar und ſich vor keinem Menſchen mehr ſchenend, trank er unglaubliche Quantitäten von aller⸗ lei berauſchenden Getränken. In der Regel fing er * gemächlich mit Wein an; erſt eine halbe, dann eine

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