Symptomen meines erwachten Selbſtbewußtſeins zu⸗
ſammenfällt. Man ſollte meinen, es müßte mir ſchwer werden 4 oder ſehr peinlich ſein, das, was ich jetzt erwähnen
will, der größeren Welt mitzutheilen, allein dies iſt nicht der Fall. Ich bin von Jugend an, erſt von meiner braven unglücklichen Mutter, dann von einem bei Weitem höher ſtehenden Freunde, deſſen natürliche Geiſtesanlage und frühe Charakterentwicklung einen ſehr großen Einfluß auf mich ausübten, daran ge⸗ wöhnt worden, ſtets unbefangen und mit offener Kundgebung meiner Meinung vor die Augen und r Ohren der Menſchen zu treten, ſo daß ich auch in 6 dieſem Falle von keinem falſchen Schaamgefühl ver⸗ 1 leitet werde, die Wahrheit zu verſchweigen; überdies zwingt mich die Nothwendigkeit dazu, wenn ich anders die Abſicht hege, daß der Leſer, als der ſtille Theil⸗ nehmer meiner jugendlichen Freuden und Leiden, alle meine Verhältniſſe klar durchſchauen ſoll. 4
Mein Vater, der Hofgärtner, war nämlich ein ſo⸗ genannter Quartaltrinker. Mehrere Wochen, ja Mo⸗ nate lang, blieb er der nüchternſte, fleißigſte, vernünf⸗ tigſte Menſch, der in jedem Punkt, als Gatte, Vater und Chriſt, ſeine Pflicht erfüllte. In dieſer Zeit lag er mit ſeltener Hingebung und unverwüſtlicher Aus⸗
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