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Kleinen um meines Vaters Haus geſchildert habe. Gewaltig, ſtark und hoch ſtrebten hier aus dem Blumengewirr die Mauern des alten Fürſtenſitzes auf, hier Thürme und Thürmchen, dort Baſtionen und 5 Zinnen zeigend, wie ſie eins nach dem andern der Geſchmack der Zeit oder die Nothwendigkeit der äuße⸗ ren Verhältniſſe aufgebaut und dem urſprünglich ein⸗ fachen Gemäuer bald ein ſchützendes Bollwerk, bald eine beliebte Zierrath beigefügt hatten.
* Verlaſſen wir jedoch das Schloß, ſeine äußeren und inneren Schätze noch eine Weile und kehren wir zunächſt noch einmal nach dem beſcheidenen Häuschen des fürſtlichen Hofgärtners zurück.
So niedlich ſich das Ganze von Außen darſtellte, und ſo erwünſcht dem Uneingeweihten der Aufenthalt darin erſcheinen mochte, die inneren Verhältniſſe ent⸗
ſprachen leider, wie ſo häufig, den poetiſchen Erwar⸗
tungen nicht, die ein Fremder, der es zum erſten Male flüchtig betrachtete, wohl davon hegen konnte. Ich war das einzige Kind, welches, ſo lange meine Eltern es bewohnten, darin aufwuchs, ſpielte, die Blumen in ſeiner Umgebung blühen und die Früchte reifen ſah. Meine Mutter war eine unendlich ſanfte, gute und dabei ſehr hübſche Frau, die, wegen ihrer vortrefflichen Eigenſchaften allgemein beliebt, keine Neiderin im


