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und Ausbeſſerung dagegen war wohl ſeit vielen Jah⸗ ren nichts geſchehen, wenigſtens hörte ich meinen Va⸗ ter oft darüber klagen, daß man ſeine Hütte ſo lange werde ſtehen laſſen, bis ihm das altersſchwache Dach über den Kopf zuſammenſtürze.
Allerdings war zu dieſer Befürchtung wohl einiger Grund vorhanden, denn das mit dünnen Holzſchindeln bedeckte Dach erlag faſt der Laſt des immergrünen Hauslauchs und den gewichtigen Stämmen jahrhun⸗ dertalten Epheus, der ſich mit tauſend Aeſten und Zweigen darüber hinſchlängelte, jedoch dadurch nicht wenig zur Verzierung des Hauſes und ſeiner Um⸗ gebung beitrug. Das ganze, nur ein Stockwerk hohe Gebäude ſah aus wie ein grüner Hügel, aus dem kaum im Abendſonnenſchein die Fenſter hervorleuchte⸗ ten, denn alle vier Seiten waren ſo dicht mit Wein⸗ blättern und Rankengewächſen überzogen, daß nirgends ein Stück des verwitterten Mauerwerks ſichtbar wurde.
Aber außer dieſer an ſich ſchon ſchweren und das Bauwerk allmälig zerſtörenden Laſt hatte das kleine Gebäude noch eine andere, wiewohl nicht minder ſchöne zu tragen. Von allen vier Ecken des Daches liefen gewaltige Ariſtolochiengewinde und andere Schling⸗ pflanzen nach vier ihnen gegenüberſtehenden Linden⸗
bäumen, umſchlangen dieſe und ſetzten ſich, allmälig


