dieſen unruhigen Herren in mein Zimmer genöthigt haben werde.“
„Wen willſt Du denn rufen laſſen?“ fragte die Kloſterdame von Bergen mit lebhafter Spannung.
„Denjenigen, welcher mir die aufrichtigſte Mitthei⸗ lung machen wird.“
„Und wer iſt das?“
„Derjenige, dem ich am meiſten von Allen traue, der das ehrlichſte Auge und doch vielleicht das un⸗ ruhigſte Gemüth hat, wie ich zu bemerken glaube.“
Bald nach dieſer flüchtigen Unterredung erhielt eine Magd und der alte Statthalter, der ihr gerade begegnete, von Fräulein von Kulpen den Auftrag, Herrn Sternberg, wenn ſiegihn irgend wo ſähen, in ihr Zimmer zu ſenden, und mit dieſem Auftrage hatte alſo die ſchöne Guſtava ihr Urtheil über unſern Freund geſprochen, indem ſie ihn für Denjenigen erkannt, dem ſie am meiſten vertrauen konnte und der ihr die auf⸗ richtigſte Mittheilung machen würde.
Der Statthalter, der der Nichte ſeines Herrn ſchon ſeit ihrer Kindheit mit großer Wärme ergeben war, nahm ſich den erhaltenen Auftrag zu Herzen und ging geraden Weges nach dem Dornbuſch, wo Guſtav Steinau mit ſeinem Freunde, dem Maler, Carl Melms und dem alten Herrn einen gemeinſchaftlichen Ausguck hielten.


