Heinrich Markholm ſteckte den Brief mit zuckenden Händen in die Bruſttaſche und warf nur einen kurzen Blick auf das Skizzenbuch, welches auf einem kleinen Tiſche im Schatten des Zimmers lag. Dann aber richtete er ſein Auge forſchend auf Alfred Brunſt, der jede ſeiner Bewegungen beobachtete und Gefallen an der freudigen Aufregung des jungen Mannes zu fin⸗ den ſchien.
„Ich muß jetzt,“ fuhr er fort,„ein Wort mit Ihnen über den Kerl, den Halling, ſprechen. Der Menſch iſt offenbar ein Schurke, ſo viel iſt klar. Er iſt Schmuggler, Steinzanger, Dieb und vielleicht noch etwas Schlimmeres. Er tritt an verſchiedenen Orten unter verſchiedenen Namen auf; im Kieler Grunde nannte er ſich Halling, am Möwenort heißt er Stum⸗ per und in Jütland mag er wieder anders heißen, je nachdem er verſchiedene Geſchäfte treibt und ſich da⸗ durch den Nachforſchungen der Behörden entziehen will. Was Sie aber zunächſt berührt und am meiſten befriedigen wird, das iſt der Umſtand, daß ich die ſichere Ueberzeugung erlangt, wofür Sie nur eine Ver⸗ muthung hatten, daß Alwining nicht ſeine Tochter iſt.“
Heinrich Markholm ſtand wie bezaubert vor dem Redenden und ſtarrte ihn mit ſeinen großen dunklen Augen wie einen pythagoriſchen Weltweiſen an. Sein


