nehme und Gute mundet uns beſſer, wenn wir es in kleinen Portionen als in unverdaulicher Fülle genießen.“
Guſtava verbeugte ſich ſcherzhaft vor dieſen mit ziemlichem Ernſt geſprochenen Worten; ſie konnte nicht ahnen, warum der Freund des Oheims jeden Zug ihres anmuthigen Geſichts prüfte und dann plötzlich wieder in Gedanken verſank, ſo daß er kaum hörte, was ſie dabei ſagte, indem ſie ſich für die empfangene Belehrung bedankte und künftig danach zu handeln verſprach..
Bald darauf war das Eſſen vorüber; das früher allgemeine Geſpräch hatte durch Alfred Brunſt's Ein⸗ tritt eine Unterbrechung erfahren und mehrere der vorher am munterſten Plaudernden fühlten das Be⸗ dürfniß, jetzt in Schweigen zu verharren und über die ungewöhnliche Stimmung des heute ſo ernſten Mannes nachzudenken, der faſt Allen ein Räthſel zu löſen ge⸗
geben hatte. Kaum aber war man vom Tiſche auf⸗ geſtanden, ſo wandte ſich Alfred Brunſt zur Thür, bat leiſe die an dem Tiſche beſchäftigte Metke, ihm nach einiger Zeit etwas Speiſe auf ſein Zimmer zu bringen und ſagte zu dem alten Herrn: er möge ihm verzeihen, wenn er ſich heute Abend früh zurückziehe, er habe einige wichtige Briefe zu ſchreiben und er wolle dies Geſchäft lieber gleich abmachen.


