— 4 nigen Punkten zuſammen und ſteigerten ſich daher zu 3 intenſiverer Kraft; darum auch war ſein Geiſt ſo frucht—
bar, wie er es nie vorher geweſen. Es war, als ob die Melodieen ihm aus den Lüften zuſummten, als ob
er ewig ſingen und dichten könne, und was er auf dieſe Weiſe in's Daſein rief, duftete von einem zarten
Reiz, quoll über von Innigkeit und Herzenswärme, ſo daß Carl Melms, wenn er es hörte, oft zu Thränen gerührt ward. Dadurch aber wurde nicht allein ſein productiver Trieb befriedigt, auch ſein Herz wurde be⸗ glückt, denn alle Tage geſtand er ſich von Neuem, daß
er eine wahre Heimat gefunden, er, der nie eine ſo ſchöne und ruhige beſeſſen, daß die Sorgen des Lebens keine Gewalt mehr über ihn hätten und daß die Feſſeln, die ihn im Gewoge der großen Stadt am freien Auf⸗ ſchwunge gehemmt, hier keinen Einfluß mehr auf ihn übten. Wie eine Pflanze, die, ihrem engen Kerker, dem heißen Triebhauſe entrückt, in freier, geſunder,
ihr zuſagender Luft ſich ſchneller und mächtiger ent⸗ wickelt, ſo gedieh auch er in dieſer reinen N aturluft, im Umgange mit dieſem gemüthlichen Manne, und wie ſein Geiſt heiterer, unternehmender, kühner ward,
ſo lebte ſein leiblicher Organismus friſcher auf und wenige Wochen in der freien Luft und ohne den geiſt⸗ tödtenden Druck einer überfüllten Stadt hatten aus


