Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
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9.

unſer Freund, vergaß nie einen Menſchen, oder auch nur einen Gegenſtand, den er einmal liebgehabt, mit dem er Luſt und Leid getheilk, und gerade dieſer Jugendfreund war ihm um ſo unvergeßlicher geblie⸗ ben, als er der Einzige war, der ihn an glückliche Tage erinnerte, die auf dem Pfade ſeines Lebens nur zu bald den Nebeln und Stürmen einer ſpäteren

Zeit gewichen waren. War es daher nicht ſehr natür⸗

lich, daß er glaubte, der Jugendfreund werde auch ihm eine gleiche Anhänglichkeit bewahrt haben und er werde ſich freuen, ſo ausführliche Botſchaft von ihm zu erhalten, nachdem zehn Jahre über Beider Scheitel hinweggerauſcht waren und ſie fern von einander gehalten hatten? Mit welcher Freudehatte Guſtav Steinau alſo nicht vor wenigen Tagen in einer Zeitung von dem ehemaligen Freunde geleſen! Er war Pfarrer in einem kleinen pommerſchen Städt⸗ chen geworden, und die erwähnte Zeitung hatte die Anzeige ſeiner ehelichen Verbindung mit einer Jugend⸗ bekannten aus jener Gegend enthalten. Guſtav be⸗ nutzte nun dieſe ſchöne Gelegenheit, dem Freunde nicht nur ſeinen Glückwunſch auszuſprechen, ſondern ihm auch den Gang ſeines eigenen Lebens zu er⸗ zählen, in der Vorausſetzung, der junge Pfarrer werde in ſeiner gegenwärtigen glücklichſten Lebenszeit ſich