— 33³38— „Weiter!“ ſagte er leiſe. „Was weiter! Wie beſtraft man den Verbrecher?
Das frage ich Sie, den Juſtizminiſter.“
„Beſtrafen? Verbrecher? Iſt er denn einer? Das müſſen Sie doch erſt beweiſen. Wer iſt er! Was iſt er? Das iſt wichtig. Er kann ſich vielleicht vertheidigen,
beſſer als Sie denken. Welche Gründe leiteten ihn? Was that er, um den Knaben wieder zu finden? Haha, Herr Geſandter, bei uns geht man gerecht zu Werke. Die
Gründe erſt werfen Licht auf ſeine That, Herr Geſandter! Erſt ſammeln Sie Beweiſe, daß er Sie wirklich ausſetzte, Preis gab, Ihr Vermögen verſchlang— haha!“. „Beweiſe! Sie wollen Beweiſe? Hier— da—“ 1 und er zog eine einfache Brieftafel aus der Taſche und warf ſie ihm hin.„Oeffnen Sie dieſes Leder— ich be⸗ faſſe mich nicht mehr mit dem unreinen Inhalt.“ Der Miniſter ſtreckte die Hand aus— zitternd öffnete er die Tafel— und der Blitz, der ſo lange über ihm geſchwebt hatte, fuhr plötzlich auf ihn hernieder. Er
ſank auf den Seſſel— ſprachlos, bewegungslos, denn er
hielt in ſeiner Hand einen alten, beſchmutzten, zerknitterten Zettel, worauf von ſeiner eigenen Hand die Worte ge⸗ ſchrieben ſtanden:
3„Eduard Hutten Stolling! Geboren den 24. De⸗
1 cember 1821.“ „Das war ein kluger, oder was hier daſſelbe ſagen. 1


