Teil eines Werkes 
5. Theiles 2. Abt. (1852)
Entstehung
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dieſes Eiſenmannes ſo groß, daß er Stand hielt. Der Geſandte fuhr in demſelben Tone fort, zwiſchen jedem Satz machte er eine Pauſe, die wie ein ſchneidendes Meſ⸗ ſer in das Gewiſſen des Miniſters fuhr.

„Ich werde in dieſem Jahre neunundzwanzig Jahre

alt. Am vierundzwanzigſten December bin ich geboren. — Merken Sie wohl auf, Excellenz. Ich bin ein ver⸗ waiſttes Kind. Beinahe ward ich ausgeſetzt. Vor vier⸗ undzwanzig Jahren am vierundzwanzigſten December ward ich zu meinem Vormund gebracht. Er war mein einziger, freilich entfernter Verwandter auf der Welt. Er hatte mein Vermögen und meine Papiere in Beſitz. Und was that er? Anſtatt mich zu ſich zu nehmen— in eine Erziehungsanſtalt zu geben— überlieferte er mich einem Taugenichts— der mich durch Sturm und Nachtfroſt in eine elende Hütte ſchleppte— unter Flüchen, Trun⸗ kenheit und Elend lebte ich dort ein Jahr— mein Vor⸗ mund ließ Nichts von ſich hören— bis heute nicht— kennen Sie kein Geſetz, das mir zu meinem Rechte, zu meinem Vermögen helfe— das jenen gewiſſenloſen Vor⸗ mund in meine Hände— vor Gericht— lieferte?“

Der Miniſter hatte ſich ſchon lange von ſeinem Stuhle erhoben— jetzt ſtützte er ſeinen ſchwankenden Körper auf den Tiſch— ſein Athem keuchte— ſein Auge bedeckte ſich— und doch, doch beugte er ſich nicht. Der Mann war von dreifach gehärtetem Eiſen.

Der Inſelkönig. v. 22