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Die oberen Räume des Hauſes waren öde und leer. Kein Menſch war zu ſehen, alle Thüren ſtanden auf. Nur in dem Büreau des Banquiers wirthſchafteten fremde Ge⸗ ſichter. Eduard ahnte die Urſache dieſer Vorgänge. Ra⸗ ſcher flog er die Flur entlang dem wohlbekannten Zimmer
Judiths zu. Bald hatte er es erreicht. Ohne zu klopfen
riß er die Thür auf und— hatte vor ſeinen Augen den traurigſten Anblick, den er bisher in ſeinem Leben ge⸗ ſchaut.
Die Vorhänge der Fenſter waren geſchloſſen, nur ein dämmernder Tagesſtrahl drang in's Zimmer, das nicht wie ſonſt durch die heitere Ordnung des darin Be⸗ findlichen ſo gemüthlich war. Auf dem Sopha lag, ſchwer
athmend, tiefe Seufzer ausſtoßend, der vernichtete Ban⸗
quier. Vor ihm, auf den Knieen liegend, ſüße kindliche Worte lispelnd, befand ſich Judith, das blaſſe Geſicht des ſo innig geliebten Vaters, von dem ein kalter Angſt⸗ ſchweiß herniederrieſelte, mit einem Tuche trocknend. Als Eduard eintrat, wandte ſie das thränenbenetzte Geſicht mit den geſchwollenen Augen zu ihm hin, und ohne Ton und Sprache, deutete ſie nur mit einem verſtändlichen Winke auf den Vater hin.
„Mein Gott, was iſt das?“ rief ſchmerzerfüllt der junge Freund des Hauſes.
„Wer iſt da?“ ſtöhnte der gebrochene


