— 296—
einen Schritt zurück und ſuchte ein Wort, ſeiner augen⸗ blicklichen Empfindung einen Ausdruck zu geben. Der Scherge ſah in dieſem Zurückweichen des Angebrüllten
den erſten Schritt zum Siege. Er trat ebenfalls einen
Schritt vor, ſo daß ſein dunſtiger Athem des jungen Mannes Wange berührte und wiederholte ſeine grobe An⸗ rede mit noch ſtärkerem Tone.
Hier aber war der Augenblick ſeiner Niederlage ge⸗ kommen. Der Zurückweichende war nicht in der Laune, unnütze Worte zu machen. Von einer Hoheit des Un⸗ willens ergriffen, die er noch nie gefühlt, von einer Kraft gedrängt, deren er ſich kaum je bewußt geweſen war, ſtreckte er, vorwärts tretend, ſeine Arme aus, und den Angreifer mit einer gewaltigen Bewegung derſelben gegen die Wand ſchleudernd, daß er mit ſeinem Hute auch ſeine Haltung verlor, rief er in einem Tone, den noch kein
Menſch von ihm gehört:
„Ich bin nicht gewohnt, hier ſo gefragt zu werden.
Platz da!“
Und der verlangte Platz war augenblicklich der ſei⸗
nige. Die erbärmliche Widrigkeit, die einen ſo gewaltigen Ausbruch ungeahnter Hoheit und Kraft aufflammen ſah, verſtummte, und während die Begleiter des kupfernen Geſichts in ein höhniſches Gelächter über den unerwarte⸗ ten Fall ihres Gefährten ausbrachen, ſtieg Eduard mit behendem Schritte die wohlbekannten Stufen hinauf.


