Teil eines Werkes 
3. Theiles 2. Abt. (1852)
Entstehung
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Hoffnung. Dieſe fühlte mit der inſtinktartigen Schärfe ihres Geſchlechts, daß die Ergebenheit ihres Anbeters ge⸗ gen den Vater eine Folge ſeiner Verehrung der Tochter

ſei, und in dieſem Gefühle hatte ſie die von Allem unter⸗

richtete Judith nach Art der vertrauten Freundinnen ge⸗ leitet. Dennoch aber that ſie nicht mehr und nicht weni⸗ ger, als daß ſie ſchweigend und abwartend den Bewer⸗ bungen des jungen Mannes gegenüberſtand, ohne im Ge⸗ ringſten ihre eigenen Empfindungen zu verrathen; noch viel weniger aber ließ ſie durch irgend eine hervorſtechende Freundlichkeit den Abſichten Joſephſons eine Ermunterung angedeihen, die, ſo weit ſie ihren Vater kannte, von die⸗ ſem wahrſcheinlich für's Erſte nicht gebilligt worden wäre. Und was dieſen Vater betraf, ſo hatte Joſephſon, wenn er glaubte, er befinde ſich ſchon in dem Bereiche eines Schatzes, nach dem er blos ſeine Hand auszuſtrecken brauche, um ihn in Beſitz zu nehmen, dem allerluftigſten Wahne ſich ergeben, denn der Kammergerichtspräſident dachte nicht im Entfernteſten daran, ſeine einzige Tochter einem armen Referendarius zu überlaſſen. Er ſah freilich den ihm mit allen Sinnen ergebenen, tüchtigen Arbeiter in Joſephſon gern, ſchätzte in ihm, wie Emma ſich aus⸗ drückte, den werdenden Kopf, fühlte ſich aber durch ſeine Aufmerkſamkeit nicht beſonders geſchmeichelt, denn es ſchien ziemlich natürlich zu ſein, daß ihm, dem Präſidenten des Gerichts, alle Beamten deſſelben ihre Huldigungen dar⸗

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