— 201— 88
brachten. Daß Joſephſon aber ſeiner Tochter wegen, zum
Theil wenigſtens, ſeinen Beruf gewechſelt, war ihm nicht im Entfernteſten bekannt, und er hätte dieſen Umſtand, wenn er ihn auch gewußt, nur als eine Chimäre oder höchſtens als den allererſten Anfang eines nur zu unbe⸗ ſtimmten Endes angeſehen.
Alſo über die glückliche und vorgerückte Geſtaltung ſeiner Verhältniſſe zu dem Ramkau'ſchen Hauſe hatte unſer ſcherzhafter Freund keinen Grund zu frohlocken. Dennoch aber war er innig erfreut über das bevorſtehende Feſt, über die ſchönen Gelegenheiten häufigerer Zuſammenkünfte mit ſeiner Angebeteten und über die möglichen Folgen, die ſich an dieſe knüpfen konnten. Denn die für die Feierlichkeit nothwendigen Proben mußten ihn häufiger als je mit der Tochter des Hauſes zuſammenführen, da dieſe das ganze Feſt, wie ſie es angeordnet, auch zu leiten beſchloſſen hatte. Und daß nun gar Eduard, ſein beſter
und zuverläſſigſter Freund, an dieſem Feſte perſönlichen Antheil nahm, ihm alſo in allen Fährlichkeiten zur Seite ſtand, war eine eben ſo unverhoffte wie erwünſchte Vervoll⸗ kommnung deſſelben.
Was Cduard ſelbſt betraf, ſo hegte er keine offen⸗ bare oder gar geheime Abſicht, als er ſich an den Gedan⸗ ken ſeiner zu übernehmenden Rolle bei den lebenden Bil⸗ dern allmählig gewöhnt hatte. Er betrachtete ſeine un⸗ freiwillige Mitwirkung weniger als ein Ergebniß engver⸗


