„Dazu gehort eine nähere Bekanntſchaft,“ ſagte Ju⸗ dith feſt.. „Dieſe ſetze ich voraus. Er iſt einer von den Men⸗ ſchen, die man feſt halten muß, wenn man ſie in ſeine Hände bekommt— ich ſpreche natürlich nur von mir— denn er iſt nicht allein ein edler Menſch, ſondern auch ein liebenswürdiger Freund. Ich habe ihn erprobt, und ſo Gott will, wollen wir uns in dieſem traurigen Leben nicht wieder verlieren.“
„Warum traurig?“ fragte Judith.„Das klingt in Ihrem Munde eben nicht heiter. Man iſt nicht gewohnt, Sie über das Leben klagen zu hinin Ihnen hat es doch nicht wehe gethan?’?
Eduard ſchwieg und ſetzte ſich an den Flügel, um, wenn nicht mit Worten, doch mit Tönen zu antworten. Er ſpielte, als wenn er allein geweſen wäre, leiſe, klar, verſtändlich. Seine Töne gingen an'’s Herz. Und ſein Herz war voll, und da es ſeinen Ueberfluß abgab, nah⸗ men ihn andre Herzen auf und verarbeiteten ihn. Ju⸗ dith winkte ihrer Freundin und dieſe nickte Beifall. Gleich darauf kam der Bankier. Sein erſtes Begegnen 4 mit Eduard war, wie man es von ihm erwarten konnte, freundlich und herzlich wie immer. Er blieb nicht lange, 4 ſondern begab ſich in eine Abendgeſellſchaft. Die drei zungen Leute waren wieder allein.
„Sie haben nun Ihre Laſt vom Herzen abgeſchüt⸗


