Teil eines Werkes 
3. Theiles 2. Abt. (1852)
Entstehung
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erſtickender Gewiſſensqualen erfaßte ſeine düſtere Phan⸗

taſie und er ſah und hoͤrte bei Tage und bei Nacht den wohlbekannten Ruf einer trauernden, verſtorbenen Mutter wie aus dem Grabe herauftönen:Mann, wo haſt Du meinen Sohn gelaſſen?

Wie ein innerer Krebsſchaden, von Außen unge⸗ ſehen, in ſeiner troſtloſen, ſtillen Arbeit aber das edelſte Organ des menſchlichen Körpers langſam und ſtill zer⸗ nagt, bis der verborgene Schaden plötzlich zu einem offenen wird und di allgemeine Untergrabung und Zer⸗ ſtörung des ganzen Organismus fürchten läßt, ſo nagte an ſeinem innerſten Herzen, um ſo qualvoller, da kein menſchliches Auge ihn errathen, keine menſchliche Hülfe ihn erleichtern konnte, der beißende Vorwurf, die laute Selbſtanklage, und ein für alle Mal war die duftige Blüthe ſeines Lebens zerfreſſen. Wie ſehr ſich auch ſein Gewiſſen nach Erleichterung ſehnte, wie oft er es ver⸗ ſuchte, öffentlich vor aller Welt mit der Erklärung hex⸗ vorzutreten: jetzt, jetzt, da es noch Zeit iſt, muß ich be⸗ kennen, was mir widerfahren iſt, ich habe genug im Stillen geſucht, ſuchet Ihr jetzt, Schergen des öffent⸗ lichen Rechts, nach einem verlorenen Menſchen er wagte es nicht, er hielt es zurück, bis es endlich zu ſpät war und dieſe Appellation für immer aufgegeben werden mußte. Und wie drückte ihn nun das im Stillen aufge⸗

ſpeicherte kleine Vermögen des verwaiſ'ten Kindes! Jedes