Teil eines Werkes 
3. Theiles 2. Abt. (1852)
Entstehung
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werde er die Früchte ſeiner Arbeit und ſeines Fleißes in behaglicher Ruhe verzehren wollen. Dem war aber nicht ſo. Die höchſte Stufe juriſtiſcher Größe war noch über ihm, und ſo lange ſein begehrendes Auge dieſe vor ſich ſah, war ſein Herz noch nicht befriedigt. Dieſes Begeh⸗ ren aber ſprach ſich bei ihm nie in lauten Wünſchen, in ſicht⸗ oder fühlbaren Bewerbungen aus. Im Gegentheil er lehnte immer, wie Cäſar die von Antonius angebotene Kaiſerkrone beſcheiden, beſchwichtigend, langſam weichend, die allzugroße Begünſtigung ab, um ſpäterhin vielleicht, im rechten Zeitpunkte, mit einem kühnen Griffe ſich des beharrlich Erſtrebten unwiderſtehlich zu bemächtigen. Dabei war er ſo ſanft, ſo wohlwollend gegen ſeine Un⸗ tergebenen, ſo ruhig und feſt gegen höher Geſtellte, ſo beſtimmt und unterwürfig gegen das geſchriebene Geſetz ſelbſt, daß Jedermann ihn für denjenigen hielt, der der einſtigen höchſten Auszeichnung würdig war.

So war ſein äußerliches Leben im Amte beſchaffen. In ſeinem Hauſe ſah es ſchon weniger befriedigend aus. Er hatte das für ihn unerſetzliche Unglück gehabt, ſeine Gattin in den erſten Jahren ſeiner Ehe zu verlieren, er war alſo früh in ſeiner Familie verwaiſ't, eines Theils ſeines Lebensglanzes, alſo ſeines Glückes beraubt. Er konnte wenigſtens in den erſten Jahren ſeiner Vereinze⸗

lung kein ſogenanntes gemüthliches, großes Haus machen,

denn es fehlte an dem, was nichts in der Welt zu er⸗ önig Il. 12