Teil eines Werkes 
3. Theiles 1. Abt. (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

139

genug hintereinander geſehen, zu Weihnachten werde er dies Mal nicht nach Hauſe kommen, ſondern erſt zum Feſte des nächſten Jahres; ſie wie er müßten ſich daher in die längere Trennung mit Geduld fügen, und die Studien nun einmal raſch beendigt werden.

Wie erſtaunte aber die ganze Pfarrersfamilie, wie erſchrocken aber zeigte ſich der Vater ſelber, als kaum vierundzwanzig Stunden nach der Abreiſe des Sohnes ein beſonders gedungener Bote von demſelben kam, und den Geiſtlichen ſo bald wie möglich in einer wichtigen Augelegenheit nach der Hauptſtadt berief. Zitternd, wie nie in ſeinem Leben, rüſtete ſich Wollzagen augenblicklich zur unerwarteten Reiſe, und die bereitwillig gelieferten Pferde des Zimmermeiſters brachten ihn bald an Ort und Stelle.

Doch, verfolgen wir langſam den Weg des einſamen Fußgängers, wir werden bald die Urſache jener plötzlichen Botſchaft erfahren, wenn wir ſie uns noch nicht ſelbſt gedacht haben ſollten.*

Eduard ſchritt munter ſeinen Weg dahin. Die erſte Hälfte brachte er in ſüßen Rückerinnerungen der letzten Zeit ſchwelgend hin, während der zweiten Hälfte des Weges wandte ſich ſein Geiſt allmählig wieder der näch⸗ ſten Zukunft zu, und als er ſich zuletzt ſein behagliches Stübchen vorſtellte, das ihn gewiß mit der alten Gaſt⸗ lichkeit wieder empſangen würde, da war er ganz und gar