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zu ſehen. Auf dem Zimmerhofe und in der Mühle war Eduard ſchon Mittags geweſen und hatte mit dem Mei⸗ ſter eine Flaſche Rothen zum Abſchied leeren müſſen, der bei ſeinem Weggehen ihm noch ein bedeutungsvolles: „Wir ſehen uns noch!“ nachgerufen. So waren alle Pflichten der Dankbarkeit und Liebe erfüllt, als der Nach⸗ mittag ſich zum Abend neigte und der Vater den Sohn rief, der die benachbarten Landleute eben beſucht hatte, die ihn Alle ſo liebgewonnen hatten.
„Komm,“ ſagte der Pflegevater, deſſen Geſicht ernſt und verklärt war, wie wenn er an den Tiſch des Herrn trat,„komm, laß uns auch heute zuſammengehen, wie wir ſo oft gegangen ſind. Wir wollen Deinen Freund, den Wald aufſuchen und den Rabenſtein erſteigen, Du wirſt ihn doch ſobald nicht wiederſehen. Leider kann ein ande⸗ rer Freund nicht mehr dabei ſein, denn der alte treue Hund iſt ſchlafen gegangen, wie auch ich einſt werde ſchla⸗ fen gehen!“
Dem bis jetzt ſo heitern Jünglinge wurde es bei dieſem ernſten Anfange beklommen um'’s Herz. Zum er⸗ ſten Male fühlte er lebendig, daß er ſcheiden ſolle, ſchei⸗ den müſſe vielleicht auf ewig, von Allem, was die Jugend und ihre tauſend Freuden dem empfindenden Menſchen ſo werth und unvergeßlich macht. Ein dumpfer Druck ließ ſich wie eine ſchwere Wolke auf ſein Herz nieder—
es war vielleicht der Schatten der dunklen Zukunft— 4 15*


