Teil eines Werkes 
1. Theil (1852)
Entstehung
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Ruhe, mein Kind, Du biſt Menſch wie wir Alle, und Du ſchonſt Dich zu wenig.

Bin ich doch ſtark, iſt meine Kraft doch groß und mein Wille mächtig, und fühle ich doch beide alle Tage noch wachſen!

Ach ja! In jenen Tagen wachſen guter Wille, Kraft und Herz wir wiſſen es wohl jene drei Rieſen im Bunde, noch tagtäglich, ſie möchten den Him⸗ mel erſtürmen und erfaſſen, wenn die Vorſehung ihnen nicht einen ſterblichen Leib angemeſſen hätte!

Der Tag der Prüfung war herangekommen. Der Director des Gymnaſiums, ein Studienfreund Wollza⸗ gens, ſchrieb und bezeichnete Tag und Stunde. Schon am frühen Morgen waren Vater und Sohn, begleitet von den Segenswünſchen der Familie und des Kantors, nach der Sommerreſidenz gewandert. Um acht Uhr Morgens begann die Prüfung, und erſt um drei Uhr Nachmittags war ſie vorüber. Eduard hatte zwölf Gefährten, er aber überflügelte ſie Alle, und die an dem ſchönen, hochgewach⸗ ſenen Jünglinge theilnehmenden Lehrer der Schule nick⸗ ten dem anweſenden Erzieher wiederholt ihren Beifall und ihre Bewunderung zu. Eigentlich war es Dieſer, der die Lorbeern des heutigen Tages einerntete, denn ein Knabe kann ſich überall entwickeln, ſagten die Lehrer, wenn Kopf in ihm iſt, aber nicht jeder Lehrer verſtände es, einen ſolchen Abiturienten zu erziehen.