Teil eines Werkes 
1. Theil (1852)
Entstehung
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— 214—

„Nein, ich entſchließe mich nicht, weil ich mich ſchon längſt entſchloſſen habe—“

Der Geiſtliche ſah den Jüngling an und eine leichte Bläſſe entfärbte ſeine wolkenloſe Stirn. Es war die bange Erwartung der Entſcheidung eines ihm ſo nahe liegenden Schickſals, welche ihn ſo heftig bewegte.

„Nun, und— ſage mir, mein Sohn, was haſt Du gewaͤhlt?“

„Gewählt? Nein, mein Vater, gewählt habe ich nicht. Hatte ich denn eine Wahl? Mußte ich nicht, wenn ich auch nicht gewollt hätte? Iſt nicht die Welt um mich her und Gott über mir? Ich ſehe die Wolken dahin ziehen, ſollte ich nicht nach ihrem Wege fragen? Mich erwärmt und beleuchtet das Geſtirn bei Tage und bei Nacht, ſollte ich nicht nach ſeinem Glanze forſchen? Alles, was ich ſehe, Luft, Erde, Meer— wo iſt ſein Anfang und ſein Ende, ſein Mittelpunkt und ſeine Heimath, ſeine Tiefe und ſeine Quelle— ſoll ich nicht darnach ringen? O, mein theurer, vielgeliebter Vater, mit dem Winde des Abends möcht' ich fliegen, um am Morgen den Anbruch des Tages an ſeiner Wiege zu erforſchen, mit dem abge⸗ fallenen Blatte möchte ich in das Grab ſinken, um der Zengung der blühenden Pflanze, des kriechenden Thieres beizuwohnen— gieb mir die Natur, und Du giebſt mir das Leben, nimm ſie mir, und Du trennſt mich von Al⸗ lem, was ich liebe und ſuche, was ich erſtrebe und erjage.“