„Laß mich, Vater, ich kann nicht anders, ich muß Mein Weg iſt weit, ich habe noch zu ungeheuer viel zu lernen.“
„Willſt Du denn Alles verſchlingen mit Deiner Un⸗ erſättlichkeit?“.
„Ja, ja, wenn ich es könnte, Alles, Alles! Es iſt zu ſüß, recht viel zu wiſſen!“
So war es natürlich, daß er ſchnell der vollen Reife eines Jünglings entgegenrückte, der mit allen Vor⸗ bereitungen für ſpäteres Wiſſen reichlich verſehen, die Univerſität beziehen konnte, in der Hoffnung, die in en⸗ gere Dämme bisher eingeſtauten Kenntniſſe dort auf grö⸗ ßerem Felde ſich ein breiteres Bett ſuchen zu laſſen.
Doch dauerte des Vaters regelrechtes Wirken in allen Zweigen der Schulwiſſenſchaften noch beinahe drei Jahre fort— Jahre, in denen die drei entſandten Kna⸗ ben mehrere Male die Heimath wieder beſucht hatten.— Dann aber erklärte eines Tages der Pfarrer ſeinem Freunde, dem Kantor, jetzt ſei es auch für den vierten Zeit, zu gehen, die Reife ſei da, das Lateiniſche, Griechi⸗ ſche, die neueren Sprachen, die Geſchichte, ja auch die Klippe ſo manches talentvollen Jünglings, die Mathema⸗ tik, ſitze bei ihm feſt, und er wolle ihn zum Oſterfeſte in der nächſten Reſidenz, wo ein gutes Gymnaſium war, prüfen laſen. 8
Noch aber war kein Wort zwiſchen Vater und Sohn


