Teil eines Werkes 
1. Theil (1852)
Entstehung
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dieſem See ſaß Eduard oft und lange, bisweilen bis in die ſpäte Nacht hinein, wenn der leiſe dahin ſegelnde Mond mit ſeinem bleichen Lichte Flur und Wald in zau⸗ beriſche Hülle kleidete und in des Menſchen weiches Herz linde Wehmuth und liebliche Träume goß.

Und er hielt Wort mit ſeinen Vorſätzen; er las und las ſo viel, daß dem Vater beinahe bange wurde, denn es grenzte dieſe ſeine Luſt an eine wahre Wuth. Wo er ſtand, ging, ſaß,— trug er ſeine Studienbücher, ſeine Klaſſiker, ſeine Dichter, ſeine Geſchichtswerke mit ſich herum; kaum hatte er Ruhe bei Tiſche, kaum Ruhe in der Nacht. Um elf Uhr freilich mußte er, wie alle Mit⸗ glieder der Familie, im Bette ſein. Aber um vier Uhr war er ſchon wieder munter bei der Arbeit. Ja, wir dürfen es nicht verſchweigen: gegen den Wunſch des Va⸗ ters zündete er bisweilen mitten in der Nacht ſeine Lampe an, bis der Vater endlich die kleine Liſt merkte und ihm, ohne ein Wort zu ſagen, die Lampe ſtets vom Bette fort⸗ nahm. Das wirkte— es war der erſte, freilich ſchweig⸗ ſame Vorwurf, den er in ſeinem Leben erfahren. Und wenn ihm dann der beunruhigte Geiſtliche, ſolchen nie ra⸗ ſtenden Fleißes ungewohnt, Vorſtellungen machte, ſich doch nicht zu übereilen, er habe ja noch Zeit, lange Zeit — da ſah er den beſorgten und doch beglückten Pflege⸗ vater mit ſeinen großen ammenden Augen büttend an und ſagte leiſe: Der Inſelkönig. I.

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