Teil eines Werkes 
1. Theil (1852)
Entstehung
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Wie wenig iſt das!— Doch nein!“ ſprach er muthiger werdend zu ſich,„es iſt nicht das Leſen allein. Ich kann auch denken— ha! Denken! das heißt Schaffen, das heißt Machen, das heißt der Zukunft eine Grundlage le⸗ gen. Und das will ich— eine feſte, ſichere Grundlage — hoch in die Wolken muß das Gebäude hinauf ragen, die Sterne müſſen es berühren, die Sonne es göttlich er⸗ wärmen. So ſoll es ſein, ſo muß es ſein! Und nun will ich fleißig ſein, ha! es ſoll eine Luſt ſein, zu arbeiten, zu lernen, fortzuſchreiten, in zwei Jahren muß es voll⸗ bracht ſein, dann bin ich ſiebzehn, dann— dann— dann—

„Siebzehn Jahre und nichts für die Unſterblichkeit gethan!“ dachte Eduard, wie jener königliche weiſe Jüng⸗ ling hundert Jahre vor ihm, der in ſeiner Jugend ein Denker, in ſeinem Mannesalter ein großer Krieger und ein größerer Staatsmann, in ſeinem Alter ein Weiſer war. Doch⸗er wußte nicht, daß dieſen Gedanken ſchon Jemand vor ihm gehabt, er fühlte, er dachte ihn urſprüng⸗ lich, wie ſo viele ſchöne Gedanken und Gefühle nie blos das Beſitzthum, die Schöpfung eines Einzigen ſind, denn in allen denkenden und fühlenden Weſen lebt und webt ja die ſchaffende Mutter Natur mit gleichen Anlagen, gleichen Beſtrebungen, einem Ziele entgegen, das ſie nur auf ſo verſchiedenen Wegen erreichen.

Und hier, auf dieſem Berge, in dieſem Walde, über