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Und was dachte und fühlte der funfzehnjährige Knabe? O, wir ſind Alle ſo jung geweſen und haben vielleicht ähnlich gefühlt wie er. Wir wiſſen, was ein nach der Weisheit der Welt ſich ſehnendes Herz bewegt, welche Gedanken einen reinen Geiſt zum Schöpfer des Alls er⸗ heben können.— Und der Knabe verſenkte ſeinen ſuchen⸗ den Blick in die liebliche ungemeſſene Himmelsbläue— ja, ja, der dahinter wohnende, waltende, ſchaffende Geiſt, Urgeiſt, Gott, wie Ihr ihn nennt oder Euch denkt— der ſieht, der weiß Alles, Alles, Alles!
Und doch waren es ſcheinbar wieder nur kindliche Gedanken, in denen ſich das geiſtige Grübeln des Einſa⸗ men zuletzt ausſprach. Er ſagte endlich zu ſich ſelber:
„Nun, laß ſie gehen, mögen ſie glücklich ſein! Nur Eins beſorge ich, ſie möchten zu viel lernen, bis ich ſie wiederfinde. Und das wäre gut für ſie, aber ſchlimm für mich. Sie haben ſo große Gelegenheit, Neues zu ſehen, Schönes zu bewundern, durch und durcwenre zu ler⸗ nen; in der großen, großen Stadt, woalle Gelehrſamkeit, alle Kunſt, alles Wiſſen, mit Einem Worte, Alles, Alles,
Alles, was mich reizt, was ich erſtrebe, ſich auf einen
kleinen Raum zuſammendrängt, während ich, hier auf
dem Dorfe, mit meinen armſeligen Büchern beſchäftigt, nur Weniges lernen kann. Sie ſehen, ſie hören Alles mit ihren eigenen Augen und Ohren— ich, ich kann
nur leſen und wieder leſen, was Andere Vüſchreden haben.


