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genau beſah, und zuletzt einen fragenden Blick halb auf den Knaben, halb auf den Ueberbringer deſſel⸗ ben warf.
„Wo iſt der Brief her?“ fragte ſie.
„Von der Bürgermeiſterei zu Neuberg— habe ich ſchon gefagt⸗
„Und der Knabe?“
„Liebe Frau,— das iſt nicht meine Sache. Ich habe den Knaben hierher gebracht und den Brief dazu. Hiermit iſt mein Auftrag zu Ende. Leben Sie wohl! — Adieu, Eduard!“ fügte er hinzu, indem er dem Kna⸗ ben die Hand gab und einen ſanfteren Blick damit verband, als man ſeiner früheren Redeweiſe nach hätte vermuthen ſollen. Einen Augenblick darauf war er verſchwunden, und die Thür ſchlug klingelnd hinter ihm zu.
„Das iſt doch ſonderbar,“ ſprach die Frau immer mehr verwundert vor ſich hin, und blickte einen Augen⸗ blick nach der ſchon geſchloſſenen Thür.„Dem Aſſeſſor wird ein Knabe geſchickt, und er hat mir nichts davon geſagt? Ei, ei! Aber komm, mein Junge, komm ſchnell in’s Zimmer, es iſt ſo kalt!“
Und den durchaus nicht widerſtrebenden Knaben an
die Hand nehmend, führte ſie ihn über einen langen Flur
in ein warmes Hinterſtübchen des großen Hauſes, nahm ihm das Hütchen vom Kopf, band ihm mit flinker Hand das große Tuch ab, und fügte ſich ſo ſchnell in die un⸗
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