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„Wohnt hier der Aſſeſſor Ramkau, junge Frau?“ fragte der Fremde.
ſchnell geſprochene Antwort,„und was wollen Sie von ihm?“
.„Das geht Sie nichts an, liebe Frau. Sind Sie ſeine Wirthin?“
Das warmblütige junge Weib, dem die Munterkeit des Lebens aus allen Zügen ſah, blickte den barſchen Mann etwas verwundert an, aber ein zweiter Blick auf das frierende Kind milderte ihre Aufwallung, und ſie erwiderte:. 8
„Seine Wirthin nicht, aber ſeine Aufwärterin, Mann, und zwar— doch das geht Sie auch nichts an. Mit Einem Wort, was wollen Sie?“
„Iſt der Aſſeſſor zu Hauſe?“
„Der Herr Aſſeſſor iſt nicht zu Hauſe; in ſeiner Abweſenheit aber nehme ich die Beſtellungen an.“
„Nun, wenn es ſo iſt, bin ich am Ende meiner Reiſe. Ich bringe dieſen Brief von der Bürgermeiſterei zu Neuberg und dieſen Knaben dabei.“
Während dieſes kurzen Geſpräches war der Fremde, die Frau faſt vor ſich herdrängend und den Knaben nachziehend, in die Hausflur getreten, hatte einen ziemlich großen Brief ſeiner Bruſttaſche entnommen, und reichte denſelben der kurz angebundenen Frau hin, die ihn nahm,
„Allerdings wohnt der Herr Aſſeſſor hier,“ war die


