Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
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der ſandige Grund war bald in Moraſt verwandelt, die Pferde ſanken bis über die Feſſeln ein und Nie⸗ mand mehr hatte einen ſicheren Tritt. Während nun der jetzige Führer der jungen Dame dicht am Abhange einherwatete, deſſen Tiefe das Auge in der nebeltrüben Dunkelheit nicht erſpähen konnte, folgte Blitz auf Blitz und Donnerſchlag auf Donnerſchlag. Selbſt dem Muthigſten pochte jetzt das Herz, denn ein einziger Fehltritt, das Gleiten eines Fußes, eines Hufes konnte Menſchen und Pferde in den Abgrund ſtürzen. Kein Wort ward bon den Reiſenden in dieſer unerquick⸗ lichen Lage geſprochen, nur dann und wann ließ ſich ein Angſtſchrei vernehmen, während die Führer ihre Thiere durch Zurufe ermuthigten, hier und da Hand anlegten und den Reitern allen möglichen Troſt ein⸗ ſprachen, unter Anderm erzählten, daß hier erſt we⸗ nige Menſchen verunglückt ſeien. So arbeiteten ſich die braven Pferde keuchend die S Schlangenwindungen 4 des ſteilen Felſens hinan, an jeder Wendung des. Weges ſtehen bleibend, die triefenden Ohren ſchüttelnd und tief und ängſtlich Athem holend, denn ſie ſchienen 4

an das Ende ihrer Kräfte gelangt zu ſein und es trat ein Augenblick ein, wo ſelbſt der junge Reiſende ſeinon. Muth etwas wanken fühlte. Aber dieſer Augenblick ward glücklich überwunden; man hatte den

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