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zen lebt. Aber wir glauben, daß er wirklich glücklich iſt. Er lebt in einem Lande, wo, wie er ſelbſt ſchon einmal ſagte, jeder vernünftige und arbeitſame Menſch glücklich und zufrieden leben kann, wo die ſchöne Natur mit weiſen menſchlichen Geſetzen ſich zu einem harmoniſchen Ganzen verbindet, wo Handel, Bildung und Wohlwollen Menſchen an Menſchen knüpfen, wo jeder rechtſchaffene, ſeiner Pflicht lebende Bürger nach ſeinem Werthe geſchätzt wird und wo man in allen Sprachen der Welt ſeinem Herzen Luft machen kann. Zwar fängt ſein dunkles Haar hie und da zu erblei⸗ chen an, aber ſeine Kraft iſt ungebrochen, ſein Geiſt derſelbe geblieben, wie der ſeiner Gertrud. Vollkom⸗ mene Seelenruhe, die ſüßeſte auf Erden, liegt auf Bei⸗ der Geſicht ausgeprägt, und wenn ihr bisweilen ein wehmüthiger Zug beigemiſcht iſt, der zu ſagen ſcheint, was ſie verloren haben, ſo heitert ſich doch ihr We⸗ ſen auf, wenn ſie auf den alle Jahre ſich mehrenden Kreis ihrer Kinder blicken, wozu ſie auch Helene und Henrik zählen.
Auch Gertrud's Schmerz iſt bedeutend gemildert, wie ihn die Zeit nur allein zu lindern vermag. Wohl fühlt ſie oft eine ſtille Sehnſucht nach jener kleinen Inſel im Apenrader Meerbuſen, aber es iſt nur eine ſüße, linde Sehnſucht, wie man ſie nach dem ſtillen
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