392
daß die Bewohner des Hauſes Deutſche ſeien. Nach⸗ mittags um drei Uhr zog ein leicht verwundeter Stabsoffizier bei dem Conferenzrath ein und konnte nicht genug ſein Glück rühmen, ſelbſt in Kolding wohlwollende Landsleute gefunden zu haben. In Folge dieſer glücklichen Einquartierung blieb das Haus von allen Requiſitionen verſchont, die man den übri⸗ gen Bewohnern der Stadt auferlegte, wie ſie früher die Dänen in Schleswig ſo meiſterhaft geübt. Bei'm Abendtiſche, an welchem der liebenswürdige Offtzier trotz ſeiner Verletzung Theil nahm, begrüßte man ſich perſönlich und nun erſt hörte der Fremde, ein wie
ſeltſames Geſchick das Haus ſeines Wirthes ſeit dem
20. April zum zweiten Mal betroffen hatte. Er bot ſogleich ſeine Vermittelung an, wenn man noch ge⸗ ſonnen ſei, die längſt beabſichtigte Reiſe anzutreten, und das nahm man ſogleich dankbar an. Er begab ſich ſelbſt zum Etappen⸗Commandanten, ließ ſich für den Oheim und die Nichte eine Schrift ausfertigen, daß ihrer Abreiſe nichts entgegenſtehe und überbrachte ihnen ſpät am Abend dieſelben mit den herzlichſten Glückwünſchen.
So war es denn Helenen beſchieden, noch eine Nacht in Kolding zu bleiben, diesmal aber ſtand ihrer Abreiſe am nächſten Morgen nichts im Wege.
*
—
———
—


