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man mußte, um von Süden nach Norden zu gelan⸗ gen, große Umwege einſchlagen. Auch ein Theil der Bürger flüchtete oder verſteckte ſich in allen Löchern über und unter der Erde, und wo noch ein Haus heil und kalt war, da drangen die Schleswig⸗Hol⸗ ſteiner ein, vertrieben die Bewohner, griffen und ban⸗ den die Widerſpenſtigen und ruhten ſich endlich auf dem Lager ihrer Feinde aus.
So war der Nachmittag gekommen und man ge⸗ wann einen Ueberblick über den vollſtändig errunge⸗ nen Sieg. Man ſammelte die Todten und Verwun⸗ deten, fuhr dieſe ſogleich nach Chriſtiansfelde und Hadersleben zurück und zählte die Gefangenen. 800 Dänen waren getödtet, 200 den Siegern in die Hände gefallen, und unter ihnen— ihr höchſter Triumph— der Amtmann von Veile, Orla Lehmann, der ſich in einem Hauſe verſteckt hatte, aber ergriffen wurde, ohne im erſten Augenblick erkannt zu werden.
Zu den Flüchtigen aber gehörte auch— ſo er⸗ zählte man uns in Kolding— der König von Däne⸗ mark ſelber. Bei der Koldinger Mühle zu Pferde haltend, war er mit ſeinem Stabe ein Augenzeuge der Anſtrengungen ſeiner Krieger, die ſchwer verkann⸗ ten und verachteten Rebellenhaufen zurückzudrängen, aber auch Augenzeuge von dem Todesmuthe und der


