Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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388 ſchickten, ſo fing man an die einzelnen Häuſer zu ſtürmen, die wie eben ſo viele Feſtungen vertheidigt wurden, und da begann denn das furchtbarſte Ge⸗ metzel. Wüthend in die Häuſer brechend, Thüren und Fenſter zerſchlagend und alle Möbel zerſplitternd, er⸗ griffen ſie die raſenden Uebelthäter, ſtürzten ſie aus den Fenſtern hinunter auf das Pflaſter und brachen ſich auf dieſe Weiſe Bahn, um ſich Luft und freien Durchgang zu ſchaffen. Hinter den alſo ſiegreich vor⸗ rückenden Truppen aber würgte der Todesengel in anderer und viel ſcheußlicherer Geſtalt. Fanatiſche, trunkene Bürger, namentlich Metzger mit ihren Fang⸗ meſſern bewaffnet, ſtürzten aus allen Thüren, und wen ſie von den Deutſchen blutend und wehrlos am Bo⸗ den fanden, ſtießen ſie das lange Meſſer in die Bruſt, in den Leib, um ihnen nur ſo viele Wunden wie möglich beizubringen, ſelbſt wenn ſie ſchon todt waren. Da erlagen denn Viele dieſem viehiſchen Taumelgeiſte, da war überall Röcheln und Stöhnen zu hören und die Straßen ſchwammen vom rothen Menſchenblute. Aber immer weiter, von Straße zu Straße, von Haus zu Haus wälzte ſich die ſiegreich vordringende Woge und achtete des kleineren Unheils und der entfeſſelten Leidenſchaft der allmälig ermattenden Henkersknechte nicht, deren Grimm erſt nachließ, als ſie nichts mehr

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