in der Ferne, dem ſogleich ein zweiter und dann mehrere folgten. Helene blickte ihren Oheim mit Ent⸗ ſetzen an; dieſer erhob ſich halb von ſeinem Stuhle, fiel aber zitternd ſogleich wieder darauf nieder. Faſt zu gleicher Zeit kam einer der alten Diener des Con⸗ ferenzraths hereingeſtürzt und ſchrie:„Die Dänen, Herr, die Dänen! Sie ſind von Norden her in die Stadt gedrungen und jagen die Deutſchen vor ſich her.“
Dieſer letzte Beiſatz, ſo unheilvoll er ſich anhörte, gab Beiden den Muth wieder.„Tölpel!“ rief der
alte Couferenzrath ärgerlich,„So raſch laufen die
Deutſchen nicht vor den Dänen davon.“
Aber ein Kampf hatte ſich wirklich entſponnen, und da in dieſem Augenblicke auch mehrere Kriegs⸗ ſchiffe im Hafen ſichtbar wurden, die ihr Feuer auf die Brücke eröffneten, welche die Schleswig⸗Holſteiner beſetzt hielten, ſo war den Reiſenden der Weg ver⸗ ſperrt und Oheim und Nichte wieder Gefangene im eigenen Hauſe.
Die Tages zuvor in der Stadt umlaufenden Ge⸗ rüchte beſtätigten ſich auffallend genau. Die Dänen hatten den Jahrestag der Schlacht bei Schleswig zu dieſem Angriff gewählt, nicht allein um jenem Un⸗
glückstage eine neue und verbeſſerte Gedenktafel auf⸗


