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Nicht wahr, Du wirſt Dir alle Mühe in Kopenhagen geben? O bitte, bitte!“
Der Alte lächelte und ſtreichelte der ihn Liebkoſen⸗ den das glänzend ſchwarze Haar.„Ja,“ ſagte er, „alle Mühe werde ich mir geben, und wenn wir Frie⸗ den haben und meine Alte in Kopenhagen bleiben will, dann bringe ich ihn Dir vielleicht ſelbſt— nun, meinteſt Du denn etwas Anderes?“
Heelene hatte ſich ſchon erhoben und den Kopf ab⸗ gewandt, um dem Oheim nicht das glühende Geſicht zu zeigen, in welches alles Blut aus dem Herzen ſtürmiſch hinaufflackerte.„Steh auf, ſteh auf!“ rief ſie ihm zu.„Ich werde das Frühſtück in mein Zim⸗ mer tragen laſſen!“ Und damit war ſie zur Thür hinausgehüpft, nachdem ſie dem Oheim die Kerzen vor dem Spiegel angezündet.
Bald nach fünf Uhr ſaßen ſie am Frühſtückstiſche. Ernſt Baring kam herein und fragte, ob er das Ge⸗ päck aufſchnallen ſolle. Helene nickte. Er nahm den Koffer und trug ihn hinaus. Auch der Conferenz⸗ rath fragte, ob ſein Wagen in Bereitſchaft ſei und erhielt den Beſcheid, daß nur die Pferde noch vorge⸗ legt zu werden brauchten.
In dieſem Augenblicke dröhnte, wie ein Donner⸗ ſchlag aus heiterer Höhe, ein dumpfer Kanonenſchuß


