Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

384

zurichten, ſondern auch um denſelben für ſich ſelbſt zu einem Feſttage umzuwandeln, indem ſie ihre Tod⸗ feinde mit Stumpf und Stiel ausrotteten. 19 Ba⸗ taillone Infanterie, 14 Schwadronen Kavallerie und eine bedeutende Artilleriemacht, außerdem noch unter⸗ ſtützt von ſchwer bewaffneten Kanonenbooten, zogen zu dieſem Behufe vom Norden heran, glühend vor Eifer, den tollkühnen Rebellen eine große, und wo möglich letzte Schlacht zu liefern.

Einem an Zahl ſo überlegenen Feinde konnten die zwei Bataillone Infanterie und zwei Jägercorps Schleswig⸗Holſteiner in Kolding nicht lange Wider⸗ ſtand leiſten, zumal ſie nur wenige Geſchütze hatten, und nach wackerem Kampfe fingen ſie an zu weichen, während die Dänen, mit ihren feſten Maſſen ſchwer nachdrückend, immer mehr Raum gewannen. So zog ſich der Kampf von Norden nach Süden durch die ganze Stadt; langſam, ruhig, fortwährend fechtend, gingen die Schleswig⸗Holſteiner vorſichtig zurück; im⸗ mer heftiger, maſſenhafter warfen ſich die Dänen vor⸗ wärts und endlich endlich waren ſie wieder Meiſter der Stadt. Herunter vom Thurme ſank die deutſche Fahne und der blutige Danebrog wirbelte wieder keck in den heimatlichen Lüften. Da brach denn ein end⸗ loſer Jubel in dem triumphirenden Kolding aus,