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Die Vorbereitungen zur Abreiſe der Herrſchaften im Hauſe des Conferenzraths waren beendet; Alles war beſtimmt, was in Abweſenheit des Herrn geſchehen, wie man den Anſprüchen Aller, wer ſie auch ſein mochten, begegnen, und was man in dieſem oder je⸗ nem Falle zu thun bereit ſein ſollte. Ueber Henrik waren keine genaueren Nachrichten eingegangen; der Bürgermeiſter aber hatte noch am Abend vorher, als er freundſchaftlich die Oberaufſicht des Hauſes über⸗ nommen, die beſtimmte Ueberzeugung ausgeſprochen, er ſei nach Kopenhagen gebracht, und das wurde denn auch jetzt für das Wahrſcheinlichſte gehalten. Helene hatte ſich früh zur Ruhe begeben, nicht etwa, weil ſie wieder ſehr ermüdet war, ſondern weil ſie allein ſein wollte und in ungeſtörter Ruhe ihre Abreiſe ſchneller herbeizuführen ſich einbildete. Aber darin hatte ſie ſich diesmal getäuſcht. Zwar war ſie bald eingeſchlafen, aber ſie erwachte mitten in der Nacht, und da ſie es zu dunkel fand, um ſich ſchon anzukleiden, ſo blieb ſie wachend im Bett liegen. Kurz darauf hörte ſie die große Wanduhr im Zimmer des Oheims ſchlagen, und zu ihrer Verwunderung war es erſt eine Stunde nach Mitternacht. Da ſie ſich aber nach dem dreiſtündigen Schlummer vollkommen geſtärkt fühlte, bemühte ſie ſich nicht, noch einmal


