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heimlicher und ängſtlicher wurde namentlich Helenen zu Muthe.
Den Schleswig⸗Holſteinern aber hatte man dieſe Gerüchte nicht verbergen können, denn es waren ſehr viele unter ihnen, welche die däniſche Sprache ver⸗ ſtanden, und die blindlings wüthenden Dänen hatten ſich nicht immer ſo in ihrer Gewalt, ihre feindſeligen Blicke, ja nicht einmal ihre Zungen zu beherrſchen. Der Haß, der Widerwille, der Groll gegen die ſieg⸗ reiche ſogenannte Rebellenſchaar war ein gränzenloſer, das verſchwiegen ſie auf keine Weiſe, und wenn es noch einmal und hoffentlich bald zum Kampfe käme, drohten ſie überall, ſo würde derſelbe nothwendig ein ſchrecklicher und verderbenbringender ſein. Daher hat⸗ ten die Deutſchen denn auch bald alle möglichen Vor⸗ kehrungen zur kräftigſten Abwehr getroffen. Zwei Bataillone Infanterie, zwei Jägercorps bivouakirten in der Stadt ſelbſt, und der andere größere Theil der Armee, ſofern er nicht ganz im Süden ſtand, dehnte ſich, aus lauter Schleswig⸗Holſteinern beſtehend, weſt⸗ wärts von Kolding gegen das Dorf Vanderup aus. So hielten ſie die Augen offen und ihre Herzen ſchlugen getroſt einem neuen und gewaltigen Kampfe entgegen.
Die Nacht vor dem 23. April war gekommen.


