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ſaale verſammelt, denn ein überaus heftiges Gewit⸗ ter hatte ſich über Emmerslund zuſammengezogen und ſchoß ſeine feurigen Blitze gerade auf das Ge⸗ höft herab. In ſolchen Fällen litt Andreas nicht, daß Jemand im Bette blieb. Und ſo war es auch heute. Der Donner rollte unabläſſig durch den ge⸗ öffneten Himmel, der Ströme lange entbehrten Re⸗ gens auf die Erde ſchleuderte; und die raſch ſich ein⸗ ander folgenden Blitzſtrahlen vergoldeten das Meer weit umher und übergoſſen die bebenden Wälder mit tageshell ſtrahlendem Lichte. Am wildeſten aber tobte die See ſelber. Hohe Schaumkronen ſchaukelten ſich auf ihren Wellenhügeln und brachen ſich krachend an einander, riſſen an den Ufern Bäume und Landſtrecken aus und brüllten ihr ſchauriges Lied bis zum Hauſe auf dem Berge hinauf.
Andreas hatte ein Fenſter geöffnet und ſchaute ernſt und ruhig auf die tobenden Elemente. Er war an dergleichen Naturkämpfe gewöhnt und doch um⸗ düſterte ſeine klare Stirn heute ein trüber Gedanke.
„Das iſt kein friedlicher Tagesanfang und keine Aufforderung, die Waffen auf Erden ruhen zu laſ⸗ ſen,“ ſagte er zu dem neben ihm ſtehenden Henrik; „der Himmel geht den Menſchen mit keinem guten Beiſpiele voran. Wir Seemänner ſind abergläubiſch.
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