4
383
„Und müſſen Sie wirklich ſchon morgen in aller Frühe fort, oder war es ein Scherz, daß Sie nur ei⸗ nen Tag hier bleiben wollen?⸗
„Scherz? Scherze ich mit Ihnen? Nein, Helene, ich muß fort. Kein Menſch weiß, wo ich bin; ich ſagte Ihnen ja, nur die Beſorgniß, daß hier— ein Unglück vorgefallen, trieb mich von meiner Pflicht hinweg. Jetzt ruft dieſe Pflicht um ſo lauter und — ich gehorche.“
„So gehen Sie,“ ſagte Helene feſt,„ich will Sie nicht halten. Wenn Sie von Kühlwetter zurückkehren, holen Sie mich wieder ab.“—
So lang der ſchöne Sommertag war, er ging doch ſo raſch vorüber, wie alle Freudentage, die man gern verlängerte, wenn es möglich wäre. Wieder bis Mit⸗ ternacht war die Familie beiſammen geweſen und hatte ſich vergnügt, wie man ſich in dieſen Zeiten vergnügen konnte, durch gegenſeitige Theilnahme, durch Beweiſe der Ergebenheit und Zuneigung und die wie⸗
derholt ausgeſprochene Hoffnung auf künftige beſſere
Zeiten.
Nach zwölf Uhr erſt trennte man ſich, nachdem Hen⸗ rik die erwähnten Papiere erhalten und in ſeiner Taſche verwahrt hatte. Aber um drei Uhr Morgens war
. Nein großer Theil der Familie ſchon wieder im Garten⸗


