Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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die Beiden ſo trübe ſtimme, da ſie ja doch von ihrer gegenſeitigen Neigung, die jedem einigermaßen Ein⸗ geweihten augenblicklich offenbar werde, überzeugt ſein müßten, zumal ihrer einſtigen Verbindung kein Hin⸗ derniß im Wege ſtände.

Das iſt eben das Wunderbare dabei, erwiderte Helene,daß ſie, wo kein äußerliches Hinderniß iſt, ſich allein von Innen heraus eins ſchaffen. Jeder⸗ mann weiß, daß ſie ſich lieb haben, mit Ausnahme vielleicht der von Erik verblendeten Mutter, und ſie

ſelber nur wiſſen es nicht, oder wollen es viel⸗

mehr nicht wiſſen. Ich habe ſchon ſo oft die gute Agathe ermuntert und ihr Friedrich's Neigung, die er nur aus übelangewandtem Rechtlichkeitsgefühl gegen ſeinen Bruder verbirgt, dargethan, aber es iſt mir nie möglich geweſen, ſie von der Wahrheit und Aufrich⸗ tigkeit derſelben zu überzeugen. Das arme Kind! Ich kann kaum ſagen, wie leid ſie mir thut, denn ſie zehrt ihre ſchönſte Jugendzeit in Schmerz und Leid auf..

Friedrich iſt meiner Anſicht nach nicht weniger zu beklagen, bemerkte Henrik.Aber es ſteckt in allen dieſen Burns a6g feſtes, verſchloſſenes, unzu⸗ gängliches Weſen, daß die dahinter verborgenen Tu⸗ genden nur dem Eingeweihten ſichtbar werden. Daß

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