Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Friedrich Agathens Neigung nicht anerkennen will, ſcheint mir mehr Edelmuth als Irrthum zu ſein, er kennt ſie gewiß und hält die ſeinige nur aus lobens⸗ werther Rückſicht zurück, die um ſo mehr zu bewun⸗ dern iſt, da er überzeugt ſein muß, daß Erik Aga⸗ thens Liebe nicht verdient. Daß Agathe aber auch Friedrich's Neigung nicht ſieht ach, Helene! und er ſeufzte bei dieſen Worten ſchwer aufdas iſt keine Seltenheit, obwohl man von den Frauen rühmt, daß ſie ſich nicht häufig in dieſer Beziehung täuſchen. Nein, nein, ſie ſehen nicht immer, wo Licht und Liebe iſt, und tappen oft wunderbar lange in Schatten und Finſterniß.

Helene ſchaute ihren Freund ſcharf von der Seite an, als er dieſe Worte ſprach, denn ihr fiel dabei die Bemerkung des Capitains am vorigen Abend ein. Sie hätte gewiß das Geſpräch in derſelben Richtung fortgeſetzt und in Anwendung weiblicher Neugierde vielleicht eine kleine Anſpielung gewagt, hätte Henrik nicht plötzlich ein in Papier geſchlagenes

Packet aus der Taſche gezogen und daſſelbe in die

rechte Hande genommen, die von Helenen am weite⸗

ſten entfernt war, da ſie zu ſeiner Linken ging. Was haben Sie da für ein Packet, Henrik?

fragte Helene, augenblicklich vom vorigen Geſpräche