Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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daß ſchweres Geſchütz im Süden von Apenrade ſeine dröhnende Stimme erſchallen ließ. Wie ein Falke ſchaute jetzt der alte Seemann in die genannte Gegend hin, aber nur ſein Ohr vernahm das Getöſe, ſeinen Augen zeigte ſich nicht die geringſte Aufklärung. Durch ſein Seeleben an eine genaue Prüfung aller dergleichen Wahrnehmungen gewöhnt, berechnete unſer Capitain ungefähr die Entfernung, aus welcher dieſe Schüſſe kommen konnten, und, nachdem er den Wind und die dicke Nebelluft in Anſchlag gebracht, ſchloß er, daß der Kampf zwiſchen Flensburg und Apenrade ſtattfinden müſſe. Und darin hatte er ſich abermals nicht getäuſcht, denn das Gefecht bei Bau, das erſte und zugleich unglücklichſte für die Herzogthümer in dieſem ganzen Feldzuge, hatte bereits ſeinen Anfang ge⸗ nommen.

Von den eben geſchilderten Vorgängen im fernen

Weſten ganz und gar in Anſpruch genommen, hatte der wachſame Mann das nahe Meer in Oſten zu be⸗ obachten vergeſſen, auf welchem ſich jetzt neue Vorgänge langſam zu entwickeln begannen. Der vorrückende Tag, mit dem ſtärker wehenden Winde im Bunde, hatte die Luft aufgeklärt und deutlich traten allmälig die Spitzen von Alſen aus ihrem feuchten Grunde hervor. Aber der Oſtwind war nicht anhaltend an dieſem 4 1*

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