Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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Auf den ziemlich heiteren Tag folgte eine dunkele und regneriſche Nacht. Ein heftiger Weſtwind hatte ſich erhoben und fegte ſtürmiſch durch die Wipfel der alten Bäume im Sundewitt. Gerade eine ſolche Nacht hatten die Männer zu ihrem Ritte gewünſcht. Als die zehnte Abendſtunde geſchlagen, traten die wohlverhüllten freiwilligen Kämpfer aus Henrik's Zim⸗ mer in die Diele herab. Weinen und Schluchzen war auch hier zu hören, denn auch hier ſchied ein wackerer Sohn und ein hochverehrter Freund. Aber der Abſchied ſelbſt war ein ungleich kürzerer als drü⸗ ben in Emmerslund. Die einfachen Bewohner des Pächterhauſes waren nicht gewöhnt, ihren Gefüh⸗ len ſo freien Lauf zu laſſen, wie drüben geſchehen war. Ein herzliches Wort und ein laut ſchallen⸗ der Handſchlag war Alles, was man zu ſagen und zu geben hatte. Das Uebrige hatte Gott in ihre Seele eingeſchloſſen. Zuerſt beſtieg Matthias ſei⸗ nen kräftigen Dänen und ritt ſogleich als Vorhut davon, denn der Weg, den man einſchlagen wollte, war vorher genau beſprochen und jedem Einzelnen bekannt. Ihm folgten Henrik und Friedrich, die dicht neben einander blieben. Den Beſchluß mach⸗ ten Jürgen und Clas, der ſich Henrik zum Beglei⸗ ter angeſchloſſen hatte. So ritten ſie ſchweigend in