Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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die Nacht hinein auf dem Wege nach Feldſted vor, ohne jedoch die große Straße zu berühren, da ihnen die kleinen Seitenpfade ſicherer ſchienen als dieſe. Auch verſchlang der heulende Wind und der ſtrömende Regen den Huftritt ihrer Pferde. So zogen ſie ſüd⸗ lich am Hostrup⸗See vorüber nach Kliplev, und es war erſt zwei Uhr in der Nacht, als ſie in ſchar⸗ fem Trabe die Gegend von Bau erreichten, wo ſie die Freiſchaaren und Turner vorfanden, die am nächſten Tage, dem 9. April, ihre Bluttaufe erhalten ſollten. Hier erſt erfuhren ſie zu ihrem Schrecken, daß ſie mitten durch die däniſche Linie geritten waren und daß nur die ſchaurige Nacht und ihre Kenntniß der abgelegenſten Wege ſie vor der Gefangenſchaft be⸗ wahrt hatten. Henrik war der größten Gefahr ent⸗ gangen, denn wäre er hier ergriffen worden und hätte man die vielen Gelder bei ihm gefunden, die er in der koſtbaren Taſche auf ſeinem Herzen trug, es hätte ihn kein Menſch vor der Beraubung derſelben ge⸗ ſchützt, denn die Dänen, begierig, auf ihren Raub zu ſtürzen, hatten ſich vorgenommen, ihre heißeſte Rache an dem erſten Feinde zu kühlen, den ſie bereits, wie ſie wußten, mit ihrer Uebermacht überflügelt hatten. Nachdem ſie ihre Pferde gefüttert und eine Stunde geruht, ſchlugen ſie von Bau aus den Weg nach dem