Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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haus, von deſſen Fenſtern aus man den ſpiegelnden Hafen überſchaut und die grün bewaldeten Berge ragen ſieht, die denſelben ſo maleriſch umgürten, und an deſſen Tiſchen wir ſo oft bei fröhlichem Gläſer⸗ klange unſerer daheim gebliebenen Lieben gedachten, für ein untrennbares Schleswig⸗Holſtein mit Worten kämpften und ſchon im Voraus den tückiſchen Dänen über die Königsau hinaus in ſeine nördlichen Pro⸗ vinzen jagten.

Sehr bald und ohne daß man eigentlich ſah, wie es geſchah, hatten ſich die Gäſte des Herrn Raſch in zwei ſtreng geſchiedene Parteien an den in langen Reihen ſtehenden Tiſchen geſondert. Auf der einen Seite ſaßen ſechs bis acht freiblickende, lautredende Männer ſchon daraus, daß ſie laut redeten und ihre Gedanken und Empfindungen nicht zurückhielten, erkannte man, daß ſie deutſche Bewohner der gefähr⸗ deten Provinzen waren; ihnen gegenüber ſaß eine mehr ſcheu als drohend flüſternde Gruppe, die nur von Zeit zu Zeit einen lauernden Blick auf jene warf und mit geringſchätzenden Mienen und Achſelzucken das laute Gebahren derſelben mehr zu bemitleiden als zu fürchten ſchien.

Eine geraume Zeit ſchon hatte das bald lautere, bald leiſere Geſpräch der erſten Gruppe gedauert