Teil eines Werkes 
2. Theil, 2. Abt. (1858)
Entstehung
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Kleinod, ich glaubte Dir heute zu Deinem Wiegen⸗ feſte dieſe kleine Ueberraſchung bieten zu dürfen. Du haſt hier ſtets ſo gern, mit mir und ohne mich, ge⸗ ſeſſen, und ich wollte Dir auch im herben Winter einen angenehmen Aufenthalt hier oben auf Deinem Lieblingsplatze bereiten. Jetzt kannſt Du mit mir und ohne mich hierhergehen und ſtets wirſt Du ein Obdach finden, welches Dich vor dem rauhen Winde oder den kühlen Regentropfen ſchützt. So viel für Dich, meine Geliebte. Jetzt wende ich mich zu Dir, mein guter Vater. Auch für Dich und mich hat die⸗ ſer Ort ſeine Weihe und Würde. Nicht allein ſchläft meine gute Mutter hier unter uns und iſt gegen⸗ wärtig, wenn wir hier oben in Eintracht weilen, ſon⸗ dern der Ort hat noch eine andere Bedeutung für mich. Als ich nach langer Irrfahrt aus fremdem Lande in meine Heimat zurückgekehrt war, nach der ich mich oft ſo unendlich geſehnt, war es mein erſter Gang, dieſen für mich ſo heiligen Ort aufzuſuchen. Von hier aus weidete ich mein Auge an den lachen⸗ den Gefilden, die unter mir lagen, meinem Vater ge⸗ hörten und auf die ich ſchon ſo oft als Knabe voll Freuden niedergeſchaut; aber von hier aus lenkte ich auch meinen umflorten Blick auf jene Wipfel und

Daächer hinab, die jetzt im glänzenden Sonnenſchein