ſeinem Hauſe feierlich begehen wolle.„Ich weiß es ſchon, mein lieber Oheim, und werde nicht auf mich warten laſſen; aber wir haben ja keine ſo große Eile, Richard kommt erſt um zehn Uhr, um uns abzuholen, denn er will uns über den Bergrücken auf dem neuen Wege führen, den er von ſeinen Arbeitern hat herſtel⸗ len laſſen.“
„Um zehn Uhr kommt er erſt? Das iſt ja noch ſehr lange hin!“
Das war ſeine gewöhnliche Rede, er konnte nie die Zeit erwarten, bis er ſeinen Sohn ſah, den er ſo viele Jahre entbehrt hatte.
„Es ſind noch zwei Stunden, mein Oheim,“ ſagte Marie lächelnd,„und die werden bald verſtrichen ſein.“
„So? Und haſt Du denn gar keine Sehnſucht nach dieſem— dieſem Herrn Hübner, ſeitdem er ſich in meinen Sohn Richard verwandelt hat? Ehemals biſt Du doch ſchon ſtundenlang vor der Zeit nach dem Friedhofe gelaufen, um ihn nur von Weitem kom⸗ men zu ſehen.“
Marie ſenkte erröthend den reizenden Kopf.„Ja, es iſt wahr,“ ſagte ſie,„früher hatte ich ſo große Eile, weil ich nie recht beſtimmt wußte, ob Herr Hüb⸗ ner kam, heute aber und jetzt, ſeitdem er ſich in Dei⸗ nen Richard verwandelt hat, weiß ich recht gut, daß


